Audible vs. Spotify: Was lohnt sich mehr für Hörbücher?

Spotify
Blog
April 8, 2022

Audible vs. Spotify - Was lohnt sich mehr für Hörbücher?


Verdienst Du mehr mit Deinem Hörbuch, wenn Du es nur auf Audible verkaufst oder verdienst Du mehr, wenn Du es auch über Spotify anbietest? Und wie viel Geld kommt über die einzelnen Kanäle rein?

In diesem Artikel möchte ich die Vor- und Nachteile der gängigsten Geschäftsmodelle der Hörbuchbranche gegenüberstellen.

Audible


Gleich vorweg: Die Amazon Tochter Audible* hat im gesamten Hörbuchmarkt immer noch die Nase vorn. Von unseren Umsätzen machen die Audible-Umsätze ca. 70-90% aus. Aber wie verdienst Du hier Dein Geld?

Dein Geld kommt über drei verschiedene Geschäftsmodelle rein. Das sind der Direktverkauf, das Abomodell und Whispersync for Voice.

Meiner Ansicht nach bietet Audible* das für Autoren fairste Umsatzmodell. Trotz Konkurrenten wie BookBeat, Apple und Spotify hält Audible sein im Vergleich dazu relativ teures Abomodell und das ist für Autoren gut so.

Und damit ist Audible für Hörbuch-Autoren Verkaufskanal Nr. 1.

Doch in Zukunft könnte sich das ändern, ähnlich wie bereits in den USA.

Spotify & Streaming


Streaming ist sehr umstritten bei Autoren, die einen wollen ihr Hörbuch dort unbedingt sehen, die anderen haben Angst davor, weil das Hörbuch dort “kostenlos” angeboten wird.

Ja, das Hörbuch ist dort für Hörer kostenlos zu haben - zumindest für die, die kein Abo bei Spotify zahlen, denn alle Accounts haben Zugriff auf das Hörbuch.

Dennoch wirst Du bei Spotify vergütet.

Damit Spotify auch für Hörbücher interessant bleibt, hat sich Spotify etwas einfallen lassen


Der Streaminganbieter teilt alle Audiodateien in kurze ca. 3-minütige Abschnitte. Besteht Dein Hörbuch zum Beispiel aus 25 Audiodateien à 20 Minuten, werden daraus bei Spotify etwa 175 einzelne Tracks.

Immer wenn ein Hörer einen Track mindestens 10 Sekunden lang anhört, wirst Du mit 0,003 Euro vergütet.

Es ist wenig, aber immerhin. Bei 100.000 Downloads (angehörten Tracks) entstehen so 300 € Nettoerlös.

Nimmt Spotify Einnahmen weg?


Diese Frage ist berechtigt und ich weiß, dass so gut wie jeder Hörbuch-Autor sich diese Frage stellt. Leider gibt es keine pauschale Ja/Nein Antwort. Aber durchaus ein paar Denkanstöße:

  • Jede Plattform hat ihre eigene Zielgruppe. Wer auf Spotify seine Hörbücher hört, wird nicht plötzlich zu Audible wechseln. Es sei denn, die Person ist mit der Usability von Spotify unzufrieden. Und genauso andersherum.

  • Laut einer Umfrage, die wir im Jahr 2020/2021 bei über 300 Hörer:innen durchgeführt haben, haben 55% der Hörer:innen einen Audible-Account, nur ca. 18% nutzen ausschließlich Spotify und über 20% nutzen mehrere Plattformen, um Hörbücher zu hören: zu den Umfrageergbnissen und Grafiken.

  • Es lässt sich schwer feststellen, ob mehr oder weniger Einnahmen durch die Streuung entstehen. Dafür müssten wir parallel das gleiche Hörbuch oder zumindest ein sehr ähnliches über den gleichen Zeitraum hinweg A/B testen.

Sind Spotify und Audible wirklich Konkurrenten?


Meiner Meinung nach schließen sich Audible und Spotify nicht unbedingt aus.

Audible ist durch die Anbindung an Amazon bislang konkurrenzlos. Das ist einer der größten Alleinstellungsmerkmale. Denn damit hat Audible einen der weltweit größten Buchhandelanbieter in der Tasche und dadurch Zugang zum Großteil aller Leser und Leseratten.

Laut Buchreport aus dem Jahr 2017 profitieren Buch und Hörbuch voneinander. 25% der Buchleser und nur 11% der Nichtleser hören Hörbücher. Also wer gerne liest, der wird voraussichtlich auch irgendwann hören.

Ich würde sagen, wenn es direkte Konkurrenz zu Audible gibt, dann sind es andere Shops, wie Thalia, Weltbild, Apple, aber auch BookBeat - wegen des E-Book-Angebots, einer ähnlichen Zielgruppe bei gleichzeitig besseren Preismodellen.

Welche Vorteile hat Spotify?


Spotify auszuschließen ist eine sehr individuelle Entscheidung.

Spotify als Streamingdienst hat durchaus seine Vorteile, wenn man als Künstler dort gelistet ist. Zum Beispiel schlägt der Algorithmus den Usern Tracks vor, die zum restlichen Geschmack passen.

Darüber hinaus kann man sein Hörbuch in Hörbuch-Playlists für unterschiedliche Genres listen lassen. Grundsätzlich machen wir die Erfahrung, dass Sachbuch/Ratgeber Hörbücher keinen übermäßig großen Anklang auf Spotify finden. Ich vermute, dass dort lieber Belletristik Hörbücher gehört werden.

Für Autoren mit bereits großer Reichweite wird Spotify sicherlich interessant sein, da es ein zusätzlicher Reichweitenkanal ist.

Autoren mit einem besonders nischigen Thema würde ich empfehlen, nicht auf Spotify zu veröffentlichen. Da lohnen sich eher Kanäle, auf denen das Hörbuch direkt oder über Abos verkauft wird.

*liberaudio arbeitet eng mit Audible zusammen, denn über Audible vertreiben wir die Hörbücher unserer Autoren. Auf unserem Blog geben wir jedoch immer nur unsere Meinung wieder.

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Seit 2016 betreibe ich liberaudio - den Hörbuchverlag für Selfpublisher. In den letzten 24 Monaten habe ich über 300 Tausend Euro mit Hörbüchern umgesetzt. In diesem Blog zeige ich Dir, wie auch Du mit Hörbüchern Geld verdienen kannst.

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